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Zauberwald Herzlich Willkommen im Zauberwald! Wir haben die ersten Bäume gesäät und würden uns freuen, wenn du hier auch deine Spuren hinterlässt. :-)
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Holle
Freifliegerin

Anmeldungsdatum: 01.02.2005
Beiträge: 3713

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Huhu ihr alle da draußen
Hört sich für mich im Grunde an wie ein Glaubensstreit, was da nach euren Beschreibungen abläuft. Und zwar ein Glaubensstreit, der menschliches Lernen und die daraus resultierende Eigen- und Lebensdefinition zur Grundlage hat.
Alles, was wir im Laufe unseres Lebens lernen, durchläuft einen "Assimilierungsprozess" bis es ein Teil unseres individuellen Weltverständnisses wird. Wir versuchen, uns die Welt und unsere Position in ihr zu erklären, indem wir zeitlebens an diesem System arbeiten, das wir aus unserem je-unterschiedlichen Da-Sein und So-Sein weben. Dabei entstehen In-Gruppen und Out-Gruppen, also Dinge und Leute, die wir als "uns zugehörig" und "uns fremd" definieren. Diese Definition kann sich im Laufe unserer Entwicklung ändern, wie Gruffel auch schon zutreffend beschrieben hat.
Aber immer liegt diesem Lernen eine Art Schema zu Grunde: wir schauen uns etwas an, untersuchen es, akzeptieren es oder verwerfen es für uns. Besonders stark lernen Menschen durch Lebensprüfungen, die ja zum Teil wirklich hart sind und tief in unser Da-Sein und So-Sein eingreifen. Auf diese Art entstehen verschiedene Arten, Leben für sich zu begreifen und zu vollziehen.
Manche Leute werden sehr streng und definieren sehr eng, was denn nun der "richtige" Weg oder der "Sinn" sei. Besonders in Glaubensdingen scheint dies der Fall zu sein. Schaut euch nur die verschiedenen Gemeinden und Gemeinschaften christlichen Bekenntnisses an, die sich- ganz im Gegensatz zu dem, was der Religionsstifter befohlen hatte - in der Vergangenheit bis zum Tod bekämpft haben. Bei anderen Glaubenssystemen findet sich dieses Verhalten auch wieder, auch in heidnischen oder naturreligiösen Strukturen. Aber auch jemand, der sich als "ungläubig", als "Materialist" oder "Atheist" empfindet, kann dieses eher "enge" Verhalten zeigen.
Auf der anderen Seite des Spektrums leben Menschen, die durch Lebensereignisse ihre Grenzen weiter stecken, kommunikationsfreier und aufnahmefähiger werden. Wenn man Berichte von Leuten liest, die an die Grenzen ihres Lebens gekommen sind, findet man Aussagen wie: "Ich habe keine Angst mehr." oder "Ich nehme das Leben jetzt viel mehr als Geschenk wahr."
Zwischen den Extrempolen dieser beiden Arten, Leben zu lernen und umzusetzen, gibt es viele Farbschattierungen. Und immer wieder versuchen Menschen, Grenzen umzustoßen und neu zu stecken.
Für mich war die Chaos-Theorie so ein System. Oder - noch früher - der Ausbruch aus meiner Familie in eine Gemeinschaft, die ich als freier empfand. Oder - noch früher - diese Art Wunsch oder Vision vom "freien Fliegen", die ich als Kind so stark empfand, dass sie wie ein Leitziel über meinem ganzen weiteren Leben steht. Unabhängig von allem, was man sich anlesen oder durch andere Menschen an Lebenssystemen vermittelt bekommen und für sich selbst akzeptieren kann. Wir selektieren (picken die Rosinen, die uns passen heraus), integrieren sie in unser Weltbild und entwickeln uns weiter.
Als mir in einer Lebenskrise mein heidnisches Wesen wieder ins Zentrum der Betrachtungen rückte, fand ich besonders wertvoll, dass "viele Wege zum Ziel" führen. Deshalb denke ich auch, dass beide Einstellungen ihre Berechtigung haben, sowohl die "enge" als auch die "freie".
LG, Holle
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Deichschaf
Waldkatze

Alter: 59
Anmeldungsdatum: 11.02.2006
Beiträge: 4409
Wohnort: Im platten Land

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Vielen Dank, liebe Holle,
für den tollen Beitrag! Du hast genau die richtigen Worte gefunden!
LG - Anne
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_________________ Auch graue Tage haben Licht
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gruffalo
Gast
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besonders scharf wurde ich sogar "in den eigenen reihen" kritisiert. bemerkungen wie:"freiflieger, wenn ich sowas schon höre....unendschlossene leute", oder "für mich bist du weder fisch noch fleisch" sind noch die harmlosesten reaktionen.
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Hallo Fladda,
dieser Streitpunkt ist einfach vorprogrammiert und auf einer gewissen Ebene einfach auch gerechtfertigt. Es ist ein Unterschied ob da jemand ist der einfach Zeit investiert in eine Sache mit dem dazugehörigen Blut und Tränen oder ob jemand einfach nun gar nichts tut in die Richtung.
Auf der anderen Seite ist es gerechtfertigt wenn sich jemand bewusst gegen die "disziplinierte Spiritualität" entscheidet. Die disziplinierte Spiritualität ist einfach ein anderer und ich behaupte mal auch steinigerer Weg als der "Undisziplinierte".
Einige Prozesse benötigen einfach eine jahrelange Übung und der derjenige der sich auf den Weg macht und versucht solch ein hohes Ziel zu erreichen ist einfach in eine andere Kategorie zu stecken als jemand der eher Kontakt zu Gleichgesinnten sucht um sich auszuquatschen oder einfach wegen der Geselligkeit.
Um mal ein Beispiel zu nennen. So einfache Sachen wie der Kraftiertanz über den man in der einschlägigen Literatur soviel lesen kann, ist solch ein langer Prozess. Die völlige Invokation des Tiergeistes kann mitunter eine jahrelange Praxis erfordern.
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wenn man schon nicht zu einer etablierten religion gehört, dann hat man sich gefälligst in irgendwelchen coven zu organisieren. erst dann ist man als halbwegs *g* vollwertig anzusehen.
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Also der Punkt ist völliger Bullshit. *ggg* Jemand der auch so nix auf die Reihe kriegt wird auch in einem Orden oder Coven nix auf die Reihe kriegen. Magier/Hexen sind Autodidakten, frei nach Frater V.D. zitiert. Sich einem Orden anzuschließen kann Sinn haben, doch man muss sich bewusst sein das man diesen auch irgendwann mal wieder verlässt. Trotz der Eide.
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dass irgendwo sicherlich ein zweig sein wird, der meinem ich am besten passt und möglicher weise wäre ich - wenn ich diesen gefunden habe - auch bereit diszipliniert zu arbeiten.
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Versuch es doch mal umgekehrt Fladda. Erst das disziplinierte Arbeiten und dann die eigene Tradition finden. Meine Praxis ist ein bunter Mix aus Kabbalistik, Schamanismus und Taoismus. Soviel mal dazu. *fg* Ein Glaubensmodell kann uns Methodiken liefern doch wir sind nicht dazu verpflichtet an diesem Glaubensmodell festzuhalten obwohl uns die Methodik liegt. Die Grundlagen im Hexenhandwerk werden überall auf dem Globus die gleichen sein.
LG
gruffel
PS: Ich hoffe ich höre mich jetzt nicht zu abgehoben an. Jeder geht seinen eigenen Weg und das akzeptiere ich auch. Trotzdem ist mir persönlich auch ernstgemeinte Kritik wichtig.
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Isis
Gast
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| gruffalo hat folgendes geschrieben
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Magier/Hexen sind Autodidakten, frei nach Frater V.D. zitiert. Sich einem Orden anzuschließen kann Sinn haben, doch man muss sich bewusst sein das man diesen auch irgendwann mal wieder verlässt. Trotz der Eide.
...
Ein Glaubensmodell kann uns Methodiken liefern doch wir sind nicht dazu verpflichtet an diesem Glaubensmodell festzuhalten obwohl uns die Methodik liegt. Die Grundlagen im Hexenhandwerk werden überall auf dem Globus die gleichen sein.
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Well put! Sehe ich genauso. Darum verstehe ich nach wie vor nicht ganz, was daran Rosinenpickerei sein soll? Was Holle weiter oben schreibt, ist auch extrem stimmig! Man ist ständig in Bewegung, und das schließt das eigene Weltbild und die eigenen Glaubenssätze ein. Das muss sich hex und mag nicht vorwerfen lassen, ob er nun freifliegt oder nicht.
Und by the way: Disziplinlos kann der Mensch auch ein ganzes langes Leben in einem einzigen Glaubenssystem bleiben.
Ich sehe den Knackpunkt eher in der Frage der Ernsthaftigkeit. Wenn ich es ernst meine mit einem Weg wird mich das Scheitern zu einem neuen Versuch anspornen, bis ich es kann. Wenn nicht, werd ich das ganze schnell sein lassen, ohne was gelernt zu haben. – Bleibt noch zu fragen, ob das "ernst meinen" eine freie Entscheidung ist oder ob hier so etwas wie eine Vorherbestimmung am Werk ist, eine Berufung (schrecklich pathetisches Wort!).
Gruß
Isis
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naraiwe
Gast
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ich finde holles antwort aus sehr sinnig und schön geschrieben...
allen ritualzwängen und angeboten zum trotz ..entweder man glaubts oder man glaubts nicht.... ich kann 300 mal an nem esbat mitmachen, ich werd trotzdem keine wicca, weils mir zu weiblich-lastig ist und ich reis auch nicht ohne grund 500 mal in die anderswelt ,um mich schamane nennen zu können... aber warum soll ich das weibliche göttliche prinzip nicht trotzdem sehen in meiner magischen umwelt, und warum soll ich nicht eine trancetrommeln ,weils mir sitzmeditationen nicht liegen ... nur weil manche etwas gegen diesen bonbonladen und das rosinenpicken haben?
das zusammenwürfeln von glaubensrichtungen hat es schon immer gegeben, "alles fliesst" ist nicht nur philososphisch oder biologisch gemeint...
ich glaube, bei fortgeschrittener spiritueller entwicklung merkt man eh , dass alles eins ist und nur die wege sich unterscheiden (warum dann nicht den besten-wenn auch nicht immer den bequemsten für sich selbst?)
und ich glaube auch bei fortgeschrittener persönlicher entwicklung kanns einem echt egal sein ,ob man als rosinenpicker oder dogmatiker gesehen wird.. ich geh ja meinen weg nicht ,um bei anderen gut auszusehen , sondern um mich weiterzuentwickeln..
und da hilft mir das, was mich überzeugt und nicht das "was sich gehört"
bb nara
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