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Jorinda
Kräutertee- Junkie

Alter: 22
Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 289
Wohnort: Halle (Saale)

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Ich bin im Oktober von Jena nach Halle gezogen, um hier mein zweites Studium zu beginnen. Klingt soweit gut, das Studium macht mir Spaß, ich wohne in einer netten WG. Aber es geht mir seitdem nicht besonders gut. Das mag zum einen daran liegen, dass ich meinen Freund jetzt viel seltener sehe- aus fast täglichen Treffen in Jena sind jetzt etwa zwei Besuche pro Monat geworden.
Aber es ist nicht nur das… ich werde hier nicht glücklich. Es ist als ob mir etwas meine ganze Energie nimmt…Früher hatte ich nie Probleme morgens aus dem Bett zu kommen, ich war immer ein Frühaufsteher. Jetzt habe ich fast jeden morgen Probleme damit – nicht dass ich müde wäre, ich schlafe neun Stunden pro Nacht, aber mir fehlt jede Motivation den neuen Tag zu beginnen. Ich gehe ganz gern zur Uni, und verstehe mich auch gut mit den Leuten dort. Aber niemanden dort könnte ich als Freund oder Freundin bezeichnen. Man versteht sich gut, hat aber außerhalb der Uni kaum Kontakt.
Am Abend komme ich dann vollkommen kaputt nach Hause. Ich freue mich nichtmal mehr auf Feierabend oder Wochenende, weil ich so geschafft bin. Gleichzeitig bin ich unruhig.
Nach dem Wochenende fühle ich mich wiederum kaum erholt… es ist als man ein Gerät permanent auf den letzten 10% des Akkus laufen lässt. Jeder Tag erscheint gleich, grau.
Und ich hab das Gefühl es ist nicht nur seelische Energie die fehlt… ich habe in den ersten 3 Monaten 4 kg abgenommen, ohne dass ich weniger essen würde als sonst. Jedesmal wenn ich das Haus verlasse, friere ich nach wenigen Minuten, egal wieviel ich angezogen habe.
Wenn ich mal in Jena bin, ist es das völlige Gegenteil. Ich fühle mich viel wacher, lache mehr, fühle mich einfach wohl. Es ist als ob die gesamte Energie, die mir in Halle fehlte, zu mir zurückkommt.
Hat jemand einen Rat für mich, was ich tun kann? Wie ich diesen ständigen Verlust von Kraft einschränken kann? Ich bin derzeit ratlos…
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_________________ Die Mehrheit bringt der Mathematik Gefühle entgegen, wie sie nach Aristoteles durch die Tragödie geweckt werden sollen, nämlich Mitleid und Furcht. Mitleid mit denen, die sich mit der Mathematik plagen müssen, und Furcht: dass man selbst einmal in diese gefährliche Lage geraten könne.
Paul Epstein
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Noreia
Keks-Tunker

Alter: 29
Anmeldungsdatum: 01.12.2005
Beiträge: 2852
Wohnort: Bludenz

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| Kommt denn ein Ortwechsel in Frage für dich?
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KEEP ON ROCKIN' IN THE FREE WORLD!
(Neil Young)
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Jorinda
Kräutertee- Junkie

Alter: 22
Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 289
Wohnort: Halle (Saale)

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| Noreia hat folgendes geschrieben
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Kommt denn ein Ortwechsel in Frage für dich?
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Nein, Halle war die einzige Uni die mich angenommen hat. Und ich will dieses Studium machen.
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_________________ Die Mehrheit bringt der Mathematik Gefühle entgegen, wie sie nach Aristoteles durch die Tragödie geweckt werden sollen, nämlich Mitleid und Furcht. Mitleid mit denen, die sich mit der Mathematik plagen müssen, und Furcht: dass man selbst einmal in diese gefährliche Lage geraten könne.
Paul Epstein
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Holle
Freifliegerin

Anmeldungsdatum: 01.02.2005
Beiträge: 3704

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Huhu Jorinda: ich würde zunächst einmal beobachten, ob es sich eventuell um eine zeitweilige Übergangs-Verstimmung oder ähnliches handelt. Bei neuen Situationen brauchen wir ja manchmal eine je-individuelle Zeitspanne, um uns vom Alten zu verabschieden und das Neue willkommen zu heißen.
Wenn dieser Eindruck nicht verschwindet, oder sich gar noch verstärkt, dann würde ich versuchen, zu beobachten, ob es bestimmte Indizien oder Kriterien gibt, unter denen sich die Gefühlen entwickeln und verstärken. Eine Anamnese erstellen, sozusagen. Mein Innen und mein Außen beobachten, um eventuelle Gesetzmäßigkeiten zu finden. Und natürlich, so wie du es ja mit deinem Posting hier schon gemacht hast, Freunde befragen, woran es liegen kann. Perspektiven von Außenstehenden sind manchmal erstaunlich hilfreich .
Aber du selbst musst die Arbeit des Filterns leisten, es muss in dir selbst ein Echo geben, wenn du abwägst und beurteilst. Niemals einfach so etwas für wahr und richtig halten, nur weil jemand es dir mit treffenden Worten darlegt...
Alles Gute für dich und viel Erfolg im Studium!
Holle
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Nebelwelt
Waldgeist

Alter: 21
Anmeldungsdatum: 06.01.2006
Beiträge: 727
Wohnort: Heidelberg

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Zum einen, Augen zu und durch.
Lernen das du dir selbst der nächste Mensch bist, so fies das klingen mag. Und das ist auch nicht negativ gemeint!
Aber umso mehr man mit sich zufrieden ist und auch alleine gut klar kommt, umso mehr hat man die Möglichkeit aufzutanken.
Es ist hart wenn man die geliebten Menschen nicht um sich hat.
Ich kenn das gut!
Ich stürze mich dann immer auf Dinge, die ich gern tue. Allen Dingen, ihre Zeit denk ich mir immer. Also nehme ich mir genau diese Zeit, um Mal wieder richtig in mich zu kehren. Das ist wie inneres ausmisten und eine Möglichkeit sich weiter zu entwickeln.
Bist du mit dir glücklich, allein, kannst du überall für eine gewisse Zeit glücklich sein.
Such dir ein schönes Cafe, das du bei Gelegenheit aufsuchst. Geh Mal allein ins Kino usw.
Klar, das klingt alles leicht gesagt. Leicht, ist sowas aber nie. Insbesondere erstmal von seinem alt gewohnten abzukommen oder einzusehen das eine gewisse Zeit vorbei ist und man sich den neuen Umständen einfach anpassen muss.
Das geht wieder vorbei, halt dir das immer vor Augen. Und denk daran, welche Vorteile dir diese Stadt und das neue Umfeld bietet.
Du siehst deinen Freund zweimal im Monat!Es könnte weniger sein. Eher in die Richtung denken
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_________________ Lerne zuhören, und du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die nur dummes Zeug reden.
(Platon)
That is not dead which can eternal lie,
And with strange æons, even death may die
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Jorinda
Kräutertee- Junkie

Alter: 22
Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 289
Wohnort: Halle (Saale)

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Danke für eure Antworten.
Dann werd ich mal versuchen, ein wenig egozentrischer zu sein
Heute seh ich auch schon wieder nicht so schwarz wie gestern. Wie du sagtest, Nebelwelt, es könnt ja auch viel schlimmer sein.
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_________________ Die Mehrheit bringt der Mathematik Gefühle entgegen, wie sie nach Aristoteles durch die Tragödie geweckt werden sollen, nämlich Mitleid und Furcht. Mitleid mit denen, die sich mit der Mathematik plagen müssen, und Furcht: dass man selbst einmal in diese gefährliche Lage geraten könne.
Paul Epstein
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